Ehemals "Jos. Schwaiger's Witwe", Seilerei

Daglfinger Straße 67–69

 

 

Fährt man mit der S-Bahn von Johanneskirchen aus in die Stadt fällt ein langes Gebäude auf, das nach dem Haltepunkt Englschalking auf der linken Seite liegt. Es ist die Seilerbahn der ehemaligen „Witwe“, die sich fast 400 Meter unmittelbar neben den Gleisen erstreckt. Die Firma ist ein Erfolgsgeschichte ... nicht nur im Münchner Nordosten ...

 

1629 kauft Hieronymus Mayr ein Anwesen in der Ledererstraße 22 (heute Hausnummer 9) in München und macht es zum ersten Sitz der Seilerei. (Hier war bis vor kurzem das Ladengeschäft mit Segelsportabteilung untergebracht.) Damit ist die Firma "Jos. Schwaiger's Witwe" mit  383 Jahren nach den großen Münchner Brauereien –, der älteste Münchner Industriebetrieb. Im Stammhaus in der Ledererstraße, damals Haus Nr. 209 im Graggenauer Viertel, zwischen Marienplatz und Hofbräuhaus, entstehen die Seile und Stricke im Familienbetrieb. Frau und Kinder müssen das Spinnrad drehen, während der Seiler rückwärtsgehend den Faden spinnt. Die auf diese Weise entstehenden Stricke und Taue aus Hanf oder Rosshaar dienen den Bauern im Münchner Umland, helfen auf den Gerüsten der neuen Gebäude der Residenzstadt. 

 

 

Reklameplakat Schwaiger, Entwurf von Carl Kunst, um 1905

 

 

 

Reklamemarken des Sporthauses von Schwaiger um 1900

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1780 übernimmt den Betrieb der kurfürstliche Seilermeister Korbinian Zähnle, der ihn 1839 an Joseph Schwaiger übergibt. Dieser führt die Seilerei zur wirtschaftlichen Blüte und darf zur Krönung seiner Leistung seit 1870 den Königlich Bayerischen Hoflieferantentitel führen. 

 

 

Joseph Schwaiger

 

 

 

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