Egid Quirin Asam (1692 - 1750)

 

Nach seiner Lehrzeit als Maler und Stuckateur in der Werkstatt seines Vaters Hans Georg Asam, war Egid 1711 bis 1716 Lehrjunge beim Münchner Hofbildhauer Andreas Faistenberger. Egids erste selbständige Arbeit war der Bau der Klosterkirche in Rohr 1717. Egid Quirin arbeitete hauptsächlich mit seinem älteren Bruder, dem Baumeister und Maler Cosmas Damian zusammen. So schufen sie 1723/24 in nicht ganz eineinhalb Jahren die Freskierung und Stukkierung des Freisinger Doms.

 

Nachdem Egid Quirin Asam sich in München niedergelassen hatte, gelang es ihm zwischen 1729 und 1733, mehrere neben seinem Wohnhaus gelegene Grundstücke zu erwerben. Er errichtete ab 1733 zusammen mit seinem Bruder Cosmas Damian dort die Kirche St. Johann Nepomuk, die als eines der bedeutendsten Bauwerke der beiden Hauptvertreter des süddeutschen Spätbarocks gilt. Zu den weiteren Werken die die Brüder gemeinsam ausführten, gehören die Klosterkirche Weltenburg, die Ursulinenkirche in Straubing und die Benediktinerklosterkirche Einsiedeln. Egid Quirin Asam arbeitete zuletzt in der Residenz Mannheim an den Stuckaturen des Schlosses und an der Ausmalung der Jesuitenkirche. Im Zweiten Weltkrieg sind all diese Werke Asams in Mannheim zerstört worden.

 

Im Münchner Nordosten ist in der Pfarrkirche St. Lorenz in Oberföhring ein wundervolles Beispiel der Arbeit von Egid Quirin Asam erhalten: der prunkvolle Bilderrahmen des St.-Emmeram-Altars. Er ist das letzte erhaltene Stück aus der 1820 abgerissenen Kapelle St. Emmeram, die die Gebrüder Asam 1739 gemeinsam bis zum Tode von Cosmas mit Stuck und Malereien ausgestattet haben. Das spätbarocke Werk vollendet hat wohl sein Bruder Egid dann allein.

 

 

 

Abbildung:

Nachbildung eines Porträts (Selbstporträts?) von Egid Quirin Asam, links vom Hochaltar der Asamkirche in München.