Clemens Freiherr von Bechtolsheim (18521930)

 

Der am 15. September 1852 in München geborene Freiherr Clemens Wenzeslaus Nikodemus Alexander Maria Freiherr Mauchenheim, genannt Bechtolsheim, studierte am Polytechnikum München – unter anderem unter Ritter Carl von Linde –  Maschinenbau. Mit seinen zahlreichen Erfindungen (er besaß am Ende 44 Patente) revolutionierte der adelige Ingenieur die Landwirtschaft. Bechtolsheim baute 1886 auf Anregung eines Landwirts den sogenannten Alfaseparator, der durch verfeinerte Tellereinsätze in der Scheidetrommel der Milchzentrifuge mehr Rahmabscheidung ermöglichte und bahnbrechend für alle seither hergestellten Milchzentrifugen wurde. Zur Ausnützung seiner Erfindung, die in Deutschland nur auf geringes Interesse stieß,  musste Bechtolsheim 1889 (trotz seiner Heirat mit Therese Gräfin Fugger zu Kirchberg und Weißenhorn im selben Jahr) für vier Jahre nach Schweden gehen, wo er wichtige Geschäftsverbindungen  zur Stockholmer Firma Alpha-Laval knüpfen konnte und ihm 1890 in Anerkennung seiner Verdienste 1890 den Gustav-Wasa-Orden I. Klasse verliehen wurde. 1895 erwarb Bechtolsheim das Grundstück Maria-Theresia-Straße 27 in München-Bogenhausen und ließ dort eine der ersten Villen Deutschlands im Jugendstil errichten. Bis 1902 waren ca. 275.000 der Alfa-Zentrifugen verkauft, aber erst 1904 gelang es ihm mit der Gründung der Alphawerke Gauting seinen Separator in der eigenen Firma herzustellen. 1924 wurde ihm von der Technischen Hochschule München der Dr. honoris causa verliehen. Clemens Freiherr von Bechtolsheim starb am 4. Juli 1930 in München.

 

 

 

Textquellen:

Abbildung: