Eduard von Riedel (1813-1885)

 

Geboren in Bayreuth, legte Eduard von Riedel 1834 die Staatsprüfung als Architekt in München mit Auszeichnung ab und startete, schon früh protegiert vom berühmten Friedrich von Gärtner, eine glänzende Karriere unter der Ägide von drei bayerischen Königen, deren Vorlieben für die Architektur das Stadtbild Münchens nachhaltig prägten. 

 

Nach einem Studienaufenthalt in Italien 1839 bis 1840 zog Riedel, zurück in München, durch die geschmackvolle Dekoration eines Privathauses, die Aufmerksamkeit König Ludwigs I. auf sich, der ihn nicht nur bei der Hofbauintendanz anstellte, sondern gleichzeitig auch noch mit der Ausführung der für König Otto bestimmten Residenz (Entwurf Friedrich von Gärtner) in Athen bestimmte. Im Dezember 1840 trat Riedel die Reise nach Griechenland an und kehrte erst 1850 - wegen des Klimas war seine Familie an Fieber erkrankt - wieder nach München zurück. Hier trat er unter Leo von Klenze eine Stellung als "Bauconducteur" bei der Hofbauintendanz an. In dieser Stellung war Riedel unter anderem am Bau des zwischen der Residenz und dem Hoftheater entstandenen „Wintergartens“ (heute nicht mehr erhalten) und bei der Vollendung der Propyläen tätig. 1853 zum Hofbauinspektor ernannt, bekleidete er von 1852 bis 1857 die Stelle eines Professors an der polytechnischen Schule in München. Seine Professur verließ er 1857, um den vielen Projekten gerecht zu werden, mit denen ihn König Maximilian II. betraute. Für ihn entwarf Riedel unter anderem sämtliche Pläne für ein neues Bayerisches Nationalmuseum (heute Völkerkundemuseum), die Beamtenreliktenanstalt in Bogenhausen (1863 - 1865), ein neues Münzgebäude, ebenso wie für eine neue Universität nebst Kirche.

 

Nachdem Riedel schon 1861 zum Mitglied des Baukunstausschusses ernannt worden war, erhielt er seit Leo von Klenzes Tod die interimistische Leitung der königlichen Hofbauintendanz, wurde dann nach dem Tod von König Max zum Vorstand dieser Behörde ernannt und 1872 schließlich zum königlichen "Hofbaudirector" berufen, um in dieser Funktion die Pläne und Skizzen zum Schloss „Neuschwanstein“ für König Ludwig II. zu erstellen (1872). Sein fortgeschrittenes Alter zwang ihn dazu, sich mehr auf die Bürotätigkeit, als auf die Bauleitungen neuer Projekte zu konzentrieren und so zeichnete er für die Erhaltung der verschiedenen königlichen Schlösser von König Ludwig II. oder beispielsweise den Umbau des Schlosses Berg verantwortlich.