Gedenktafel Annette Kolb

Händelstraße 1 (Bogenhausen)

 

Die Münchner Schriftstellerin Annette Kolb (18701967) war eine leidenschaftliche Pazifistin und setzte sich ihr ganzes Leben lang für eine deutsch-französische Freundschaft ein. Diese Haltung führte schließlich während des Ersten Weltkriegs zu einer Brief- und Reisesperre und Kolb emigrierte in die Schweiz. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ging sie 1933 ins Exil nach Paris und wurde französische Staatsbürgerin. 1941 gelang ihr die Flucht in die USA. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte sie sowohl im schweizerischen Badenweiler als auch in Paris und in ihrer Geburtsstadt München. "Ich lebe ja hier ganz abgeschlossen", notierte die 93-Jährige im Jahr 1963 und meinte damit ihre Wohnung in Bogenhausen in der Händelstraße 1 es sollte ihr letzter Wohnsitz sein. Hochbetagt und verehrt starb die unter anderem mit Rainer Maria Rilke, Wilhelm Hausenstein und Renée Schickele befreundete Schriftstellerin hier in Bogenhausen, wo sie auch am Bogenhauser Friedhof begraben wurde. Die Enkelin des Herzog Max in Bayern erhielt unter anderem den Orden "Pour le mérite für Wissenschaft und Künste" sowie das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern. Literarisch hat sie Thomas Mann in seinem Roman "Doktor Faustus" als Jeanette Scheurl verewigt. In München gibt es ihr zu Ehren den Annette-Kolb-Anger im Stadtteil Ramersdorf-Perlach.

 

 

 

Literatur:

Rudolf Reiser: Alte Häuser, große Namen, München 2009.

Foto: privat.