Pater Alfred Delp SJ (1907 - 1945)

 

Alfred Delp wirkte seit 1939 als katholischer Seelsorger an der Pfarrkirche St. Georg in Bogenhausen, von 1941 bis 1944 dort Kirchenrektor. Ab 1942 war Delp Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Am 28. Juli 1944 wurde er in der St. Georgskirche verhaftet. In seinem Notizbuch fand sich der Name des Hitler-Attentäters Graf Claus Schenck von Stauffenberg. So wurde er verdächtigt, an der Vorbereitung des Attentats vom 20. Juli 1944 beteiligt gewesen zu sein.

 

Am 7. August 1944 wurde Delp von München in das Gestapo-Gefängnis Berlin-Moabit überführt. Dort wurde er am 14. und 15. August sogenannten „verschärften Verhören“ unterworfen. In die Haftanstalt Berlin-Tegel wurde er am 27. September verlegt, wo er im Dezember auch heimlich die Professgelübde als Jesuitenpater ablegte.

 

Der Prozess gegen ihn wegen Hoch- und Landesverrat wurde am 9. und 10. Januar 1945 vor dem sogenannten Volksgerichtshof geführt. „Ich spürte bei den ersten Fragen die Vernichtungsabsicht. Es war alles fertig, ehe es anfing“, schrieb Delp über den Prozess in einem Brief. Am 11. Januar 1945 verkündete der oberste Richter des Dritten Reiches, Roland Freisler, das Todesurteil gegen Delp und seine Freunde aus dem Kreisauer Kreis. Mitten im Krieg habe er sich mit offenkundigen Staatsfeinden in konspirative Gespräche und Planungen eingelassen, hieß es in der Urteilsbegründung. Sein „Verrat“ bezeuge „vollkommene Ehrlosigkeit“. Alfred Delp wird am 2. Februar 1945 erhängt, seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern verstreut, da es keine Gräber für Widerständler geben durfte.

 

Ein Denkmal vor dem Pfarrhaus von St. Georg, eine Gedenktafel an der Außenmauer der St. Georgskirche und eine Straße (seit 1955 heißt die ehemalige Wasserburger Straße in Bogenhausen Delpstraße) erinnern in München an den Widerstandskämpfer.

 

 

 

Foto Alfred Delp: "Gedenkstätte Deutscher Widerstand"