Ignaz Anton Gunetzrhainer (1698 - 1764)

 

Ignaz Anton entstammt der berühmen Barockbaumeister-Dynastie Gunetzrhainer, deren berühmtestes Mitglieder sein Bruder, der Münchner Hofbaumeister Johann Baptist Gunetzrhainer war. Die Familie Gunetzrhainer stammte aus der Nähe von Miesbach (Hof "Untergunetsrain" im Ortsteil Agatharied der Gemeinde Hausham). Bereits im Frühbarock war in Miesbach und im nahegelegenen Schliersee eine Stukkateurschule ansässig, die wohl auf die Entstehung der Gunetzrhainer Baumeistertradition Einfluss ausgeübt hat. Die Gunetzrhainer tragen wesentlichen Anteil an der kirchlichen und weltlichen Baukunst des bayerischen Barock, vor allem in München und Umgebung, aber auch im bayerischen Schwaben.

 

Die Quellen über Ignaz Anton Gunetzrhainer sind sehr spärlich, erste Nachweise für seine Tätigkeit in München finden sich erst seit 1725. In den Jahren 1726 und 1727 arbeitete er vor allem für das Schloss Schleißheim und beschäftigte sich ab 1730 mit dem Chorumbau von St. Peter. Sein Hauptwerk sind die Klosteranlage und die Kirche von Reisach, er baute aber auch am Törring-Jettenbach Palais in München mit (beide Bauten zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist). 1749 wird Ignaz Anton zum Stadtoberbaumeister benannt, sein Bruder Johann Baptist 1745 sogar, in der Nachfolge von Joseph von Effner, zum Oberhofbaumeister. 

 

Zwischen 1760 und 1763 gestaltete Ignaz Anton Gunetzrhainer Schloss Neuberghausen in Bogenhausen zu einem Rokokoschloss um. Unterstützt wurde der kurz vor seinem Tod stehende Baumeister dabei von keinem Geringeren als Hofbaumeister François de Cuvilliés dem Älteren.