Prof. Otho Orlando Kurz (1881 - 1933)

 

Otho Orlando Kurz wird in Florenz geboren, wo sein Vater, der Bildhauer Erwin Kurz, als Mitarbeiter Adolf von Hildebrands tätig ist. Als von Hildebrand 1893 Professor an der Münchner Kunstakademie wird, folgt ihm die Familie Kurz. Otho studiert Architektur, unter anderem bei Friedrich von Thiersch und Hans Grässl, die ihn stark beeinflussen. 1908 gründet er zusammen mit Eduard Herbert ein eigenes Architekturbüro. Durch Wettbewerbserfolge erhält das Büro zahlreiche Bauaufträge und kann sich rasch in der Münchner Architekturszene etablieren.

 

Im Alter von knapp über dreißig Jahren wird Kurz an der Technischen Hochschule München zum königlichen Professor ernannt und erteilt dort ab 1913 Zeichenunterricht und betreut Studenten bei Bauaufnahmen. Noch während des Ersten Weltkriegs übernimmt Kurz den Bau einer neuen Industrieanlage in München für die Bayerischen Motoren-Werke, als deren Hausarchitekt er bis 1928 tätig ist. Daneben ist er in der Nachkriegszeit als Planer für den Wohnungsbau in München tätig und entwirft fünf Sakralbauten, unter anderem die katholische Pfarrkirche Sankt Gabriel in Haidhausen (1925/26).

 

Durch seinen unerwarteten Tod (er verstirbt an einer Blutvergiftung die er sich bei der Rasur zugezogen hat) im Mai 1933 bleibt Kurz eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Gestaltungsdoktrin erspart.