Hugo Ritter von Seeliger (1849-1924)

 

Hugo von Seeliger, im österreichischen Schlesien geboren, gilt als einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit. Von der Leipziger Sternwarte wechselte er 1873 als Observator an die Sternwarte in Bonn. Seeliger war kurz Leiter der Sternwarte Gotha, ehe er als Professor zur Ludwig-Maximilians-Universität München kam. Er übernahm 1882 als dritter Direktor die Leitung der Königlichen Sternwarte zu Bogenhausen und führte sie bis zu seinem Tod, im Jahre 1924. In den letzten Jahren seines Lebens war er auch Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1899 konnte ein neues erdmagnetisches Observatorium eröffnet werden. Die Einrichtung einer Erdbebenwarte folgte. Wegen seiner Verdienste wurde er in den Adelsstand erhoben.

 

Begraben ist Hugo von Seeliger auf dem Bogenhauser Friedhof. In Bogenhausen-Priel ist seit 1925 die Seeligerstraße nach ihm benannt, ihm zu Ehren trägt ein Krater auf dem Mond seinen Namen.

 

 

 

 

 

Abbildungen:

oben: Hugo von Seeliger, Gemälde der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

unten: Hugo von Seeliger, der dritte Direktor der Sternwarte, mit seinen Kindern vor der Direktorenvilla. Das Haus wurde 1886 auf dem Areal der Sternwarte erbaut. Im Erdgeschoß waren seit 1935 Büroräume, Bibliothek und Hörsaal untergebracht. Bei einem Bombenangriff der Alliierten am 11. und 13. Juli 1944 wurde die Villa größtenteils ein Raub der Flammen. Glücklicherweise konnte aber praktisch die gesamte wertvolle Bibliothek gerettet werden und bis auf den Repsoldschen Meridiankreis blieben auch die Instrumente unbeschädigt. Die zerstörte Direktorenvilla wurde nicht wieder hergestellt, sondern 1956 abgetragen.

 

 

Abbildung 9

Blick über das Dach des Meridiansaales der Sternwarte nach Südwesten auf München.

Die 1886 errichtete Direktorenvilla (Mitte) um 1900.