römischer "Meilenstein" am Salzsenderweg hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.
römischer "Meilenstein" am Salzsenderweg hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.
Legende: Nr. 1: spätere Salzstraße Nr. 2: vermuteter römischer Verbindungsweg nach Riem Nr. 3: nördliche Route. Durchgezogene Linie durch Luftbildaufnahmen gesicherte Lage, gepunktete Linie: vermutete Strecken Thomas Bernst, aus "Dörfer auf dem Ziegelland", hrsg. von Willibald Karl
Legende: Nr. 1: spätere Salzstraße Nr. 2: vermuteter römischer Verbindungsweg nach Riem Nr. 3: nördliche Route. Durchgezogene Linie durch Luftbildaufnahmen gesicherte Lage, gepunktete Linie: vermutete Strecken Thomas Bernst, aus "Dörfer auf dem Ziegelland", hrsg. von Willibald Karl

Römerstraße

 

Von Dornach kommend, hin zum Isarübergang bei Oberföhring, verlief vor fast 2000 Jahren die älteste Straße in dieser Gegend: die Römerstraße. Sie ist ca. zwei Kilometer lang auf Münchner Gebiet nachweisbar und wurde nach dem Rückzug der Römer aus Bayern zu Anfang des 6. Jahrhundert als Fernhandelsweg für den Salztransport von Reichenhall nach Augsburg weiter benutzt.

Etwa auf ihrer Trasse liegen heute von Westen nach Osten verlaufend die Straßen „An der Salzbrücke“, Salzsenderweg, Fideliostraße, Stegmühlstraße und Salzstraße. Runde, den römischen Meilensteinen nachempfundene Säulen entlang dem Salzsenderweg, erinnern heute (siehe Foto) an die historische Bedeutung.

Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die beiden Stiefsöhne des Kaisers Augustus das Gebiet nördlich der Alpen. Ihm zu Ehren wird der Garnisonsort am Zusammenfluss von Lech und Wertach nach ihm benannt: Augusta Vindelicum, das heutige Augsburg. Aus dem Militärlager wird die Hauptstadt Raetiens. Straßen verbinden sie mit anderen wichtigen Orten und Kastellen. 47 n. Chr. wird die Via Claudia Augusta von Augsburg nach Italien fertiggestellt. Die römische Armee baute die Straßen meist kerzengerade und befestigte sie, um auch in regenreichen Zeiten problemlos Truppen verlegen zu können.

Die erste Straße von Augusta Vindelicum nach Osten überquerte die Isar bei Baierbrunn/Grünwald, führte weiter zum Innübergang bei Pons Aeni bei Rosenheim und nach Salzburg. Eine weitere, nicht so bedeutende Römerstraße verband Augsburg mit dem heutigen Wels in Oberösterreich. Sie kreuzte die Isar an einer Furt beim heutigen Oberföhring und führte auf der Strecke Salzsenderweg, Fideliostraße, Stegmühlstraße und Salzstraße nach Osten. Wegen des lehmigen Bodens schütteten die Römer bereits einen Schotteruntergrund auf, der später zu einem flachen Damm anwuchs. Auf den ersten Karten dieser Gegend wird diese Verbindung als „Hochstraße“ bezeichnet (heutiger Salzsenderweg).

Der römische Geschichtsschreiber Aurelius Victor (um 320 bis um 390) schreibt am Ende des vierten Jahrhunderts: diese wichtige Ost-West-Verbindung sei „eine durch wilde Volksstämme hindurch angelegte Straße“. Dass an diesem Abschnitt auch Römer wohnten, beweisen mehrere römische Gehöfte und eine „villa rustica“ mitsamt einem Bad, das 1928 in Denning ausgegraben wurde.

Nachdem zu Anfang des 6. Jahrhunderts die Römer sich aus Südbayern zurückzogen, benutzten die Bajuwaren die vorgefundenen Straßen weiterhin. Ihre Siedlungen sind auf dem Gebiet der Stegmühlstraße mit einem ganzen Dorf nachgewiesen. Später wurde das wichtigste Fernhandelsgut jener Zeit, das Salz, über diese Straßen transportiert.

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Text: Roland Krack, „Ein Spaziergang durch den Münchner Nordosten“, Kalender 2002.>> mehr zur historischen Salzstraße

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