Die Münchner Lehmzunge

Lageplan der Lehmzunge in München (1959).

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Im Osten von München, jenseits der Isar, lag ein ausgedehntes Lehmvorkommen. Zwei bis drei Kilometer breit, etwa 15 Kilometer lang und bis zu vier Meter mächtig erstreckte sich dieses Rohstofflager zwischen Ramersdorf im Süden und Ismaning im Norden. Es war nach der letzten Eiszeit im Verlauf von Jahrtausenden durch Ablagerung und Verwitterung von Gesteinsstaub entstanden. Mehrere Jahrhunderte lang wurde an einigen wenigen Stellen im Münchner Osten der Lehm mit handwerklichen Mitteln zu Ziegeln verarbeitet. Dabei entwickelte man die Methode, die Humusschicht vor der Ausbeutung des Lehms abzutragen und sie nach der Entnahme des begehrten Rohstoffs wieder aufzubringen. Vom
Lehm selbst ließ man am Grund »eine 19 Spatentiefe« stehen. Später erfolgte die Ziegelproduktion mit industriellen Methoden. Das explosionsartige Wachstum Münchens ab etwa 1830 bedingte eine so starke Nachfrage nach Baumaterial, dass die Lehmzunge im Münchner
Osten innerhalb von rund 150 Jahren nahezu vollständig ausgebeutet wurde.

 

 

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