Am 6. Oktober 1857 ließ König Max II. den Grundstein für den Bau des Architekten Friedrich Bürklein legen. Aufgrund statischer Probleme durch die Lage des Baues am Isarhochufer wurde die Fassade des Maximilianeums, die ursprünglich im neugotischen Stil der Maximilianstraße geplant war, unter dem Einfluss von Gottfried Semper im Stil der Renaissance mit Rundbögen, Säulen, Mosaiken und büstengefüllten Nischen gestaltet. 1874 war der Bau nach mehrmaligen Nachbesserungen endgültig fertiggestellt. Den Bau dominiert die stadtseitige 150 Meter lange Schaufassade, die an beiden Enden von dreistöckigen offenen Turmarkaden begrenzt wird, an die sich beidseitig siebenjochige, im Obergeschoss ebenfalls offene Arkadenflügel anlegen. Dazwischen liegt in der Mitte der fünfteilige Hauptbau mit zwei dreiachsigen Eckrisaliten, beidseitig konvex eingezogenen vierachsigen Rücklagen und einem ebenfalls dreiachsigen erhöhten Mittelrisalit. Auf der Attika befinden sich Zinngussfiguren, in der Mitte die Figur der Nike, die halbrunden Felder der Attika sind mit Mosaiken geschmückt.
Bis 1918 war im Maximilianeum neben der Studienstiftung und einer historischen Galerie auch die königliche Pagenschule untergebracht. Bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in den Galerieräumen die Münchner Kunstausstellung veranstaltet. Gegen Kriegsende wurden zwei Drittel des Bauwerks zerbombt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude durch Karl Kergl wieder aufgebaut.
Maximilianeum mit Brückenstatue
1949 wählte der Bayerische Landtag das Gebäude zu seinem Sitz, was entsprechende Änderungen in den Galerieräumen notwendig machte. Auch das vorherige, historistische Gebäude des Bayerischen Landtages in der Prannerstraße war im Krieg schwer beschädigt worden und wurde nicht wieder aufgebaut.
Als der Bau des Maximilianeums für die vielfältige Nutzung zu klein wurde, fügte Helmut Gebhard 1958/59 und 1964/65 im Osten Flügelbauten mit Büroräumen und Sitzungssälen an. Von 1992 bis 1994 folgte eine Erweiterung durch die Architekten Volker Staab und Jürgen Pleuser, 2010 bis 2012 eine weitere Ergänzung von dem Berliner Büro Léon-Wohlhage-Wernik-Architekten.
(© Wikipedia)
