Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckten die Münchner die wunderbare Aussicht, die man von Oberföhring in Richtung München mit der Alpenkette im Hintergrund hatte. Man sprach vom berühmten »Föhringer Blick«, den viele Landschaftsmaler der Münchner Schule von Kobell bis Dillis festgehalten haben. An den sogenannten Föhringer Tagen, am Sonntag, Montag und Donnerstag, traf sich dann »Beim Wirt« mit seinem schattigen Wirtsgarten, dem Tanzpavillon, einem Karussell und einer hölzernen Schlange als Spielzeug für die Kinder, Münchens bessere Gesellschaft.
1860 bestand der Besitz »Beim Wirt« aus:
einem Wohnhaus mit Keller und Stallung, Stadel mit Remise und Stallung, Schlachthaus, Schenk- und Eiskeller
einem Gras-, Wurzgarten bei der Kegelbahn
einem Grasgarten
einem Wirtsgarten mit Tanzsaal und 4 Gartenhäuschen und Kegelbahnhäuschen und Kegelbahn
insgesamt 38,12 Tagwerk Grund und Besitz in Daglfing, Ismaning und Unterföhring
Carl Riedl, der unermüdlich sein Gemeindeleben dokumentierende Pfarrer von St. Lorenz, schrieb dazu: »In den Jahren 1820 – 1840 war das Gasthaus zu Oberföhring durch seinen freundlichen Wirtsgarten ein besonderer Anziehungspunkt der Münchner Welt. In den verschiedenen Bungalows und Häuschen fanden sich Freunde und Bekannte fröhlich zusammen, um für einige Stunden die augenblickliche Öde des Geschäftslebens mit Heiterkeit und Freude auszufüllen. Jeden Sonntag und Donnerstag bewegte sich im offenen Gartensalon der bunteste Tanzreigen. Das Spezifikum wonach dem einsam sitzenden Gelehrten wie der vollzählig angerückten Bürgerfamilie der Mund wässerte waren die besonders trefflich bereiteten und wohlfeilen „Brathändeln“. Die 1836 nach Augsburg und 185. nach Hessellohe errichtete Eisenbahn gab den Ausflügen der Städter eine andere Richtung. Am Sonntag 8. Mai 1870 hatte die patriotische Gesellschaft „Garde“ ein Maifest mit Musik und brillanten Feuerwerke, äußerst zahlreich besucht und von schönstem Wetter begünstigt. Oberföhring 12. März 1870.«
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die rasante Ausbreitung der Ziegeleinindustrie im Münchner Nordosten auch das Gasthaus »Beim Wirt«. Ein Ringofen mit Dampfkamin und ein Trockenstadel mit Lehmgrube und Trockenplatz wurden errichtet. 1880 ersteigerte die Münchner Ziegeleibesitzerin Walburga Fischer den Besitz. Sie konnte in diesem Jahr folgenden beeindruckenden Umsatz verzeichnen:
Wirtschaft 700 Hektoliter Bier
Metzgerei 40 Kühe, 20 Schweine, 52 Kälber
Ziegelei 1 Million Steine