Kapelle Vaterunserkirche: hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V., 2007
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Vaterunserkirche Evangelisch-Lutherisch

Fritz-Meyer-Weg 9-11

Oberföhring

14 Jahre lang, von 1966 bis 1980 stand für die ständig wachsende Zahl evangelischer Gemeindemitglieder in Oberföhring und Johanneskirchen nur ein bescheidenes Gemeindehaus aus Holz als Kirchen-, Versammlungs- und Begegnungsraum zur Verfügung. Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Gemeinde noch von der Kirche St. Johannes in Haidhausen betreut wurde, mussten die Konfirmanden sogar noch einen Fußmarsch von zwei Stunden auf sich nehmen, um unterrichtet zu werden. 1968 wurde die Gemeinde dann selbstständig, aber es dauert noch bis 1978 ehe der Grundstein zu einer eigenen Kirche und einem neuen Gemeindezentrum gelegt werden konnte. Am 10. Februar 1980 wurde schließlich die Einweihung der „Vaterunserkirche“ festlich begangen – ihren Namen haben ihr auf Befragung die Gemeindeglieder selbst gegeben. Architekten des schlichten Kirchenbaus ohne Turm waren Franz Lichtblau und Ludwig Bauer, die bereits 1965 für den Bau der evangelischen Immanuelkirche in Denning verantwortlich zeichneten. Das Herzstück des neuen Gemeindezentrums bildet die von Hubert Distler ausgestaltete Kapelle mit ihren leuchtenden Glasfenstern, die Raum für 50 Gottesdienstbesucher bietet. Für größere Gottesdienste kann der Gemeindesaal benutzt werden und den Kindern steht sogar ein eigens ausgestalteter Raum zur Verfügung, der als erste evangelische „Kinderkirche“ Münchens bei der Einweihung der Vaterunserkirche Furore machte.

Anfang 1966 lebten in Oberföhring etwa 1070 Evangelische, davon 370 im alten Ortskern, im Grüntal und in der Grimmeisen-Siedlung, etwa 500 in den 1963/1964 fertig gestellten Wohnblöcken an der Oberföhringer Straße 236 – 246a, der Franz-Wolter-Straße und der Pflegerbauerstraße, etwa 200 in den Siedlungen Fritz-Meyer-Weg und Cosimastraße 223 – 231. Gebürtige Münchner waren, wie der Chronist der Vaterunserkirche Pfarrer Paul Gerhard Dietz, vermerkt, zumindest unter den Evangelischen, „eine Minderheit“, waren es doch viele im Zweiten Weltkrieg Vertriebene, die hier im Münchner Osten wieder Fuß fassten. Gotteshaus, Versammlungs- und Begegnungsort in einem war eine Holzbaracke, die lediglich als Provisorium gedacht war, bis ein „richtiger“ Kirchenbau errichtet werden konnte. Die wachsende Gemeinde erhielt 1968 ihre Selbstständigkeit und löste sich vom bis dahin für sie zuständigen Pfarrbezirk der Dreieinigkeitskirche in Bogenhausen, aber es dauerte noch bis 1980 ehe das Provisorium abgerissen wurde und ein neues Gemeindezentrum zur Verfügung stand.

Am 25. Juli 1978 wurde mit dem Bau eines neuen Gemeindezentrums begonnen. Am 31. Mai 1979 wurde mit folgendem Spruch Richtfest gefeiert:

„Weitab steht vom Verkehrsgewimmel / das Zentrum unter freiem Himmel / und ringsum schweift der Blick ins Weite / über die Äcker voll Getreide / Und auch aus diesem neuen Haus / streut Pfarrer Diez die Saat dann aus / die in den Herzen übervoll / seiner Gemeinde aufgehen soll.“

Weitere Daten zur Vaterunserkirche:

Pläne:

Dipl.-Ing. Franz Lichtblau und Dipl.-Ing. Ludwig Bauer

Bauumfang:

zwei Gemeinderäume, mehrere Jugendräume, Wohntrakt mit Pfarramt und neun Wohnungen

Bauträger:

Evangelisch-Lutherische Gesamtkirchengemeinde

Durchführung:

Evangelisches Kirchenbauamt

Leitung Oberbaurat Wilhelm Eigenherr

Bauarbeiten:

Firma Eduard Gottschall & Co., Bauunternehmung GmbH, München,

Leitung Ing. Franz Xaver Rauch

Bauzeit:

25. Juli 1978 bis 10. Februar 1980 (Einweihung)

Innenausstattung:

Nach Wettbewerbsausschreibung:

Außenkreuz von Thomas Munz und Maria Munz-Natterer

Altar, Taufbecken und Kanzel von Friedrich Koller

Kapellenausmalung und Fenstergestaltung (Ausführung Werkstatt Sattler): Hubert Distler

Farbtafel von Siegfried Ehrenfeld für „Kinderkirche“

Orgel:

Einweihung am 12. Februar 1984

Mehr Informationen zum aktuellen Gemeindeleben unter www.vaterunserkirche.de

Literatur:

Paul Gerhard Diez: „Chronik der Vaterunserkirche München – Oberföhring von den Anfängen bis zum Jahr 1987“, München 1991.

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