Straßenseite Haus Gellertstraße 10, aus: Die Bauzeitung, Stuttgart 5. April 1932, S. 112ff.
Straßenseite Haus Gellertstraße 10, aus: Die Bauzeitung, Stuttgart 5. April 1932, S. 112ff.

Gellertstraße

Gellertstraße 10

Bogenhausen-Herzogpark

Haus Schoen

Das Einfamilienhaus des Architekten Max Schoen im Bogenhausener Herzogpark wurde 1929/30 von Architekt Ulrich Schön (Schoen?), einem Kollegen von Carl Jäger, entworfen und nach Kriegszerstörungen von seiner Witwe Hilde Schoen wieder aufgebaut. Die Nordfassade beherrschte ein großes Zementsgraffito mit einer Darstellung der Arche Noah (gemalt von Prof. Lois Gruber). Die Tochter Margarethe erinnert sich: »Noah selber im weiten Rock. Er hatte eine ziemliche lange Nase, man erkannte seine semitische Abstammung. So ließ unser Vater im Dritten reich eine Trauerweide davor pflanzen … Für unsere Mutter war das Spruchband über dem Bild das Motto ihres Lebens: Gott ist ein starker Hort.« Nach dem Verkauf des Hauses 1999 wurde der Bürobau (rechts im Bild oben) aufgestockt und das Sgraffito übermalt.

Das originelle und ausgefallene Haus für Architekt Regierungsbaumeister Max Schoen und seine Familie in der Gellertstraße 10 entstand im nüchternen Stil der »Neuen Sachlichkeit«. Max Schoen (1895–1942) war der erste »Jogger« im Herzogpark und seine Ideen zu einem gesunden Leben übertrug er auch auf seine Familie. So mussten zum Beispiel alle – ob Sommer oder Winter – bei offenen Fenstern schlafen … Und auch sonst war Schoen äußerst kreativ bei den Wünschen für die Ausgestaltung seines Familienhauses: So gab es auf der Dachfläche des Büroanbaus einen Wasseranschluss und sie konnte damit zur Planschaltane für die Kinder ausgebaut werden. Die höher geführte Nordwand diente dabei als Windschutz. An der südlichen Hauseite zum Garten hin war ein Balken für eine Riesenschaukel befestigt. Das ganze Haus war von allen Seiten von Wiesen und Sonne umspielt.

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