Wer kennt sie nicht – die 1927 bis 1928 erbaute Wohnanlage der „Neuen Sachlichkeit“ in der Prinzregentenstraße, direkt gegenüber dem Prinzregentenstadion. 2005 wurde die von dem jüdischen Architekten Helmuth Wolff entworfene Anlage mit dem Fassadenpreis der Stadt München ausgezeichnet. Sie gilt bis heute als großzügig, zeitlos und vorbildlich.
Die Verfolgung von Menschen jüdischer Herkunft durch die Nationalsozialisten zwang Wolff und seine Frau 1933 in die Niederlande zu fliehen. In Amsterdam gründeten Helmuth und Annemie Wolff, eine ausgebildete Fotografin, gemeinsam ein Fotoatelier. Dort waren sie nicht nur als Fotografen erfolgreich, sondern auch mit ihren Experimenten in der Kleinbildfotografie.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wählte das Ehepaar den Freitod. Annemie überlebte jedoch und konnte sich und etwa 40 weiteren jüdischen Menschen in Verstecken das Leben retten.
In einer Kooperation von NordOstKultur und der Neuen Ziegelei (Prinz-Eugen-Park) präsentiert die Baufakultät der Hochschule München eine Ausstellung, die nicht nur Fotografien und Modelle der zwischen 1926 und 1930 in München entstandenen Villen und Wohnblöcke Helmuth Wolffs zeigt. Es wird auch das beeindruckende fotografische Wirken von Annemie und Helmuth Wolff in Amsterdam beleuchtet.
Kommen Sie doch zur Vernissage am 7. Mai, ab 17:30 Uhr, Ausstellungsdauer 7. Mai – 12. Juni 2026