Zeichnung Haus in der Grimmeisensiedlung (2012) © Karin Bernst
Zeichnung Haus in der Grimmeisensiedlung (2012) © Karin Bernst

Gartenstadt Bogenhausen-Priel (Grimmeisensiedlung)

Bogenhausen

Die für Einfamilien- und Doppelhäuser im Bogenhausener Priel geplante Siedlung wurde ab 1934 errichtet und liegt zwischen Oberföhringer Straße und Cosimastraße, zu beiden Seiten der Effnerstraße sowie Wahnfriedallee und Lohengrinstraße.

Aufgrund der nach Gestalten aus den Richard-Wagner-Opern „Lohengrin“ und „Parsifal“ gewählten Straßennamen (Gralstraße, Telramundstraße, Elsastraße, König-Heinrich-Straße, Gurnemanzstraße, Ortrudstraße) wird auch vom „Richard-Wagner-Viertel“ gesprochen. Die Siedlung ist nicht zu verwechseln mit der Villenkolonie „Am Priel-Hof“ (oder auch „Prielhof“). Nachdem man die Häuser auf ehemaligem Grund der Familie von Josef Grimmeisen, einem der „Loambarone“ im Münchner Nordosten, errichtete, wird sie zudem „Grimmeisensiedlung“ genannt. Der Ziegelmeister hatte mit dem Erwerb der Ziegelei in der Oberföhringer Straße 103 im Jahr 1879 sein Glück gemacht . Aber als sich die wirtschaftliche Blüte der Ziegeleien mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen zu Ende neigte, wurde das Gebäude 1922 abgerissen und das Grundstück für die neue Gartenstadt aufgeteilt. Eigentlich befindet sich die Siedlung ja auf Oberföhringer Grund, aber wie es auch heute Usus ist, gab man ihr bald den weitaus attraktiveren und verkaufsfördernden Namen „Gartenstadt Bogenhausen-Priel“ oder „Gartenstadt Bogenhausen-Nord“.

Verkauft wurden die ersten Parzellen der 1934 errichteten Siedlung von ca. 0,05 bis 0,06 Hektar für 2500 bis 3000 Reichsmark. Nicht alle Grundstücke wurden sogleich verkauft oder bebaut. Die ersten Verkäufe zogen sich bis 1944 hin und dann, nach dem Zweiten Weltkrieg, bis zum Jahre 1964. Der Bebauungsplan wurde in den 1930-er Jahren durch die projektierte Lohengrinkaserne immer wieder geändert. Zudem verbreiterte man die Lohengrinstraße von 10 Meter auf 14 Meter, auch an eine Breite von 18 Meter hatte man gedacht, aber dagegen wehrten sich die Anwohner. (vgl. dazu auch Zwangsarbeiterlager an der Lohengrinstraße). 1954 kostete ein Grundstück mit 0,05 Hektar noch 3500 DM. Der gegenüber dem alten Pflasterzollhaus (Oberföhringer Straße 57) befindliche „Gutshof“ (das waren die restlichen Gebäude des Anwesens Grimmeisen mit der Hausnummer Oberföhringer Straße 108) wurden damals von einem Verwalter bewohnt.

Text: Karin Bernst: „Ein Spaziergang durch den Münchner Münchner Nordosten“, Kalender 2013.

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