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August Pschorr (18621935)

 

Der älteste der Söhne von Kommerzienrat Georg Pschorr, dem Sohn des berühmten Brauereidynastiegründers Josef Pschorr, Georg Theodor Pschorr, wurde am 1. Oktober 1862 in München geboren. Nach dem Tod des Vaters 1894 übernahm er mit seinen jüngeren Brüdern Georg Theodor und Josef die Brauerei in der Neuhauser Straße 11. Nach einer kaufmännischen Lehre hatte er zunächst als Praktikant in dem 1820 gegründeten Familienunternehmen angefangen. Anschließend studierte er an der Technischen Hochschule München und an der Brauereischule Weihenstephan Brauwesen. Zahlreiche Reisen, die er zur Weiterbildung nutzte, führten ihn nach Dänemark, Schweden, England und schließlich auch nach Amerika. Nach München zurückgekehrt, übernahm er als Erstgeborener zunächst allein die Leitung des Unternehmens. Einige Jahre später folgten ihm seine Brüder. Bahnbrechend für die Firma war 1893 der Export von Pschorr-Bräu nach Übersee. Auf eigen Kosten hatte das Unternehmen auf transatlantischen Schnelldampfern zahlreiche von dem Wärmetechniker Carl von Linde entwickelte Kühlräume einrichten lassen, um so den Export von Bier nach Amerika auch in den Sommermonaten zu ermöglichen.

 

August Pschorr wurde auf Grund der hohen Qualität der Brauereiprodukte zum Hoflieferanten des Deutschen Kaisers und zum k.u.k. Hoflieferanten ernannt. Er erhielt mehrere Orden und Ehrenzeichen wie das Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen, den Verdienstorden vom Heiligen Michael IV. Klasse mit der Krone, die Prinzregent Luitpold-Medaille in Silber sowie das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. Im Jahr 1904 verlieh ihm Prinzregent Luitpold von Bayern den Titel eines königlich-bayerischen Kommerzienrats. Später wurde er noch zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. August Pschorr war ein wohlhabender Mann, sein vermögen betrug 1914 sechs Millionen Mark, das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt etwa 400 Arbeiter und Angestellte und liefert ca. 400000 Hektoliter Bier. Dementsprechend konnte sich der Brauer auch 1907 eine ansehnliche Villa in der Möhlstraße 2 leisten, ebenso wie sein Bruder Georg, der im gleichen Jahr, 1907, in nächster Nachbarschaft, Möhlstraße 23, eine imposante Villa errichtete.

 

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs verschlechterte sich die Lage im Brauereiwesen. Pschorr-Bräu, das als erste Brauerei pasteurisiertes Fassbier mit Haltbarkeitsgarantie in alle Erdteile geschickt hatte, ging in den wirtschaftlichen Niedergang, das Bier wurde dünner, die Produktion sank. In den nachfolgenden Jahren der Inflation beschlossen die Brüder, 1922 aus der Brauerei eine Aktiengesellschaft aus der Georg Pschorr München OHG zu machen. Langsam ging es wieder aufwärts und bald war Pschorr die drittgrößte Brauerei in München. August Pschorr starb am 20. Oktober 1935 in München.

 

 

 

Textquelle:

Gribl, Dorle: "Prominenz in Bogenhausen", München 2009.

Abbildung:

August Pschorr als Student in den 1880er Jahren