Anton Höchl Münchener Bürger und Mäzen

Anton Höchl wurde am 20. Februar 1820 in München als Sohn des Stadtmaurermeisters Joseph Höchl geboren., der als tüchtiger und kunstsinniger Bauunternehmer zahlreiche Häuser und königliche Bauten in München erstellt und dabei ein ansehnliches Vermögen erworben hat. Er erhielt eine umfassende Ausbildung, besuchte die Lateinschule, erhielt Unterricht in Französisch, Mathematik und Zeichnen, aber auch im Violinspielen. Das Maurerhandwerk musste er von der Pike auf  erlernen. 1835 begann er mit dem Architekturstudium an der kgl. Akademie bei Professor Ziebland. Als Joseph Höchl 1838 starb – eine Straße in Bogenhausen ist nach ihm benannt –, hinterließ er seinem Sohn ein beträchtliches Vermögen, großen Grundbesitz und Ziegeleien in Bogenhausen und am Priel, so dass es sich dieser leisten konnte, ganz seinen Neigungen zu leben. Zunächst aber führte er unter Aufsicht seines Vormundes die Geschäfte weiter, die er auch in späteren Jahren nie völlig aus der Hand gab. 1841 setzte er einen Verwalter ein und widmete sich ganz der Kunst. 1848 begann er eine planmäßige Ausbildung als Architekturmaler bei Michael Neher und Simon Quaglio.

 

 

Das Höchl-Schlössl

 

 

1852 übernahm Anton Höchl das heutige Höchlschlössl von seiner Mutter, baute es als Künstlervilla aus und machte es mit seinen repräsentativen Räumen und großer Gastlichkeit zu einem Treffpunkt Münchener Bürger  und Künstler, darunter Maler wie Heinrich Bürkel, Franz Gedon, Hans von Marees, Eduard Schleich oder Friedrich Voltz. Neben der Malerei war die Musik seine große Leidenschaft. Sein Terzett für Flöte Klavier und Violine wurde häufig zu den Soirees des Herzogs Max („Zithermaxl“) in dessen Palais in der Ludwigstraße eingeladen und der Herzog, durch seine Besitzungen am Priel ein Nachbar Höchls, war öfter Gast im Höchlschlösschen.

 

Da Anton Höchl nicht von seiner Malerei leben musste, verschenkte er zahlreiche Bilder an Freunde und städtische und staatliche Sammlungen. Der Historische Verein in Oberbayern machte ihn zum Ehrenmitglied. Anton Höchl war aber auch im sozialen Bereich  für seine Großzügigkeit bekannt. Die Arbeiter in seinen Ziegeleien wurden in wirtschaftlichen Krisen nicht entlassen, sondern anderweitig auf seinen Besitzungen beschäftigt. So ernannte ihn die Gemeinde Bogenhausen zum Ehrenbürger. Die Inschrift auf der Grabplatte des Familiengrabes von Antonie und Anton Höchl im Südlichen Friedhof war also keine der üblichen Floskeln:

 

Ihre reiche Mildtätigkeit gewann ihnen dankbare Herzen“

 

Nach seinem Tod wurden zahlreiche Personen und Einrichtungen testamentarisch mit Zuwendungen bedacht. Seine Bibliothek und seine große Gemäldesammlung ging an verschiedene Münchener Museen. Auseinandersetzungen der Erbengemeinschaft und die Inflation ließen den großen Besitz Höchls zusammenschrumpfen. 1926 erwarb die Stadt München den Gesamtkomplex am Priel mit einem Grundbesitz von 39 Hektar um 600.000 Rentenmark. 1982 hat die Stadt das Schlösschen saniert und den benachbarten Wotanshain samt Figur verschönert.

 

Die Wotansfigur erwarb Anton Höchl von seinem Freund Heinrich Natter, der europäischen Ruf besaß und dem er den Auftrag gegeben hatte. Die Figur wurde 1873 auf der Weltausstellung in Wien gezeigt und 1874 vom Bildhauer Westermayer am jetzigen Platz aufgestellt. Auf viele Anfragen von Bürgern bemüht sich der „Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e. V“, die Wotansfigur wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu restaurieren. Anträge an das Baureferat der Stadt München, Abteilung Gartenbau sind bereits mehrfach erfolgt und der Verein wird in seinen Bemühungen in dieser Sache nicht nachlassen.

 

Herbert Feldmann, NordOstMagazin 2010

 

 

 

 

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