Um 1900 begann man mit der Bebauung der »Äußeren« Prinzregentenstraße und der asymmetrischen Anlage des Prinzregentenplatzes. Der Architekt und Stadtplaner Theodor Fischer hatte die Baulinien am Platz so angeordnet, dass dieser einen geschlossenen Raum bilden konnte, der nur auf der Westseite mit Rücksicht auf den Blick zu Stadt offen blieb. Der Platz beeindruckt durch die repräsentativen Mietshäuser im barockisierenden Jugendstil und durch das 1900 bis 1901 erbaute Prinzregententheater. Seit Oktober 1988 gibt es am Prinzregentenplatz eine U-Bahnanbindung. Nach Fertigstellung des U-Bahnhofs (nach Plänen von Alexander von Branca) konnte der Platz mit einem Kostenaufwand von ca. 2 Millionen Euro neu hergerichtet werden. Großräumige Bewegungsflächen für Fußgänger und neue Radwege wurden angelegt, sowie hochstämmige Linden gepflanzt. Der Boden erhielt eine besondere Pflasterung und einen Fontänenbrunnen. Für diese landschaftsgärtnerische Gestaltung zeichneten verantwortlich: Alexander von Branca, Hilmer Sattler, Gottfried Hansjakob und Anton Hansjakob (Planung 1984 bis 1987).
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Prinzregentenplatz
Bogenhausen
Weiterführende Informationen
Das Versicherungs-Ensemble am Prinzregentenplatz
Bauunternehmer Jakob Heilmann errichtet zwischen 1900 und 1903 die Gebäude am Prinzregentenplatz 7, 9 und 11. Die Doppelvilla mit Terrassen und Treppenanbauten mit der Hausnummer 7 (damaliger Besitzer Jakob Heilmann) und 9 (damalige Besitzerin die Schriftstellerswitwe Maria Haas) lag damals im Vergleich zur Gebäudegruppe Prinzregentenplatz 11 und 13 weiter zurückgesetzt.
Im Jahr 1939 übernahm die „Gisela – Deutsche Lebens und Aussteuer Versicherungs AG“ das Doppelhaus. Die vorherigen Besitzer waren: Prinzregentenplatz 7 der Kommerzienrat und Brauereibesitzer Eugen Thomaß und Prinzregentenplatz 9 die Oberleutnants- und Gutsbesitzersehefrau Maria Gräfin von Thurn und Taxis, verwitwete Thomaß, geborene Haas. Die Versicherung hatte 1938 auch die Gebäude an der anschließenden Querstraße, Possartstraße 1, 3, 5 und 7 errichtet.
Die Doppelvilla Prinzregentenplatz 7 und 9, erhielt später die Hausnummer 9 (das heutige Gebäude Prinzregentenplatz 7 wurde im Jahre 1964 errichtet; Architekt: Wilhelm Demmer). Mit den Jahren war die von der Versicherung gewerblich genutzte Doppelvilla unansehnlich geworden. Wo sich früher nach Süden hin ein kleiner Park befand, war jetzt nur eine Grünfläche und ein asphaltierter Hof mit mehreren Einzelgaragen. Am 21. Januar 1974 wurde der Abbruch der Gebäudes beantragt. Da die Doppelvilla nur in der vorläufigen Denkmalliste enthalten war, wurde dem Abbruchantrag mit der Begründung zugestimmt, dass man eine Erhaltung der Villenbebauung aufgrund des vorhandenen Baurechts und der isolierten Situation nicht weiter verfolgen könne. Das Landesamt für Denkmalpflege empfahl als Neubau einen zurückgesetzten Baukörper mit Vorhof. Auch der Bogenhausener Bezirksausschuss nahm zum Abbruchantrag Stellung. Auf seiner Sitzung vom 9. September 1975 lehnte er den Antrag ab, was aber auf die endgültige Entscheidung keinen Einfluss hatte. Die Abbruchgenehmigung wurde am 8. Januar 1976 erteilt. Seit 1980 steht hier ein Neubau der Architekten Weitold, Weikes + Partner. Heutiger Besitzer ist die ARAG-Versicherung.
Das Mietshaus Prinzregentenplatz 11 gehörte 1902 der Firma „Bauer und Zeckendorf offene Handelsgesellschaft“ in München. Durch „Vermögensverfall“ ging dieser Besitz 1942 an das Deutsche Reich, Reichsfinanzverwaltung über. Der Zeitpunkt und die Begründung des Eigentumsübergangs legen die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um eine Enteignung jüdischen Besitzes handelte, wofür auch die Tatsache spricht, dass der Besitz im Wiedergutmachungsverfahren im Jahre 1949 an die Erben in Amerika zurückerstattet wurde. Das unter Denkmalschutz stehende Haus kaufte die Gisela Versicherung im Jahre 1953 für 68.000 DM. Auf Grund von Baumängeln wollte die Gisela Versicherung das Gebäude erneuern und erweitern. Nach ersten Plänen sollte nur ein teilweiser Abbruch erfolgen und die vollständige Fassade stehen bleiben. Im Mai 1976 brach man aber das Gebäude bis auf die Fassade im Turmbereich ab und errichtete es wieder im barockisierenden Jugendstil mit Kuppel und reichem Stuckdekor.
Der Brunnen mit den zwei Kindern vor dem Gebäude Prinzregentenplatz 9 stammt vom Bildhauer Klaus Backmund und wurde im Juni 1978 in Betrieb genommen.
Erwähnenswert am Prinzregentenplatz ist noch das neben dem Prinzregententheater in einer kleinen Grünanlage liegende Denkmal für Richard Wagner. Am Prinzregentenplatz 16 befand sich Adolf Hitlers Privatwohnung (heute Polizeiinspektion 22 – Bogenhausen).
Text aus: Karin Bernst, Ein Spaziergang durch den Münchner Nordosten, Kalender 2012, München 2012.