Wegen des starken Zuzugs vor allem junger Familien nach Oberföhring wurde 1968 im östlichen Teil der Mutterpfarrei St. Lorenz eine eigene Kuratie eingerichtet. Die erste Baumaßnahme war der dringend benötigte Kindergarten St. Thomas (1971 eingeweiht). Am 2. Dezember 1973 konsekrierte dann Kardinal Julius Döpfner die dem Apostel Thomas geweihte katholische Pfarrkirche und erhob die Kuratie gleichzeitig zur Pfarrkirche, erstes Pfarrer der neuen Gemeinde wurde Wilfried Sußbauer. Der von Architekt C. F. Raue gestaltete, nach außen hin zunächst nicht als Kirche erkennbare, Mehrzweckbau mit seinen Betonverstrebungen umfasst die Kirche, die Thomaskapelle, das Pfarramt, diverse Versammlungsräume, sowie die Wohnungen des Pfarrers und des Mesners. Zur Pfarrkirche St. Thomas gehört auch das kunsthistorische Kleinod St. Johann Baptist in Johanneskirchen. Derzeit (2008) beträgt die Anzahl der Gemeindemitglieder etwa 6300.Geboren in Berlin studierte sie 1946 bis 1949 an der Technischen Hochschule München Architektur. Nach ihrer Heirat mit Architekt Adolf Schnierle 1951 gründete sie mit ihm zusammen ab 1953 ein Architekturbüro. In den ersten Jahren entstanden unter ihrer Leitung vor allem Schulgebäude und Kirchen mit Gemeindezentren, so auch St. Rita im Bogenhausener Arabellapark. Außerdem zeichnete sie für die Restaurierung von Schloss Blutenburg und den Einbau der Jugendbibliothek dort verantwortlich. Helga Schnierle ist 2015 in München verstorben.
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St. Thomas Katholische Pfarrkirche
Cosimastraße 204
Oberföhring
Weiterführende Informationen
Der Kirchenraum beeindruckt durch seine schlichte, klare Architektur: Die Gemeinde ist konsequent auf die Mitte hin, auf den Altar, ausgerichtet. Die künstlerische Gestaltung der Kirche lag in den Händen des Münchner Bildhauers Max Faller und des Malers Karl Köhler aus Gauting. Die formschönen liturgischen Geräte stammen aus der Werkstätte des Silberschmiedes Erhart Hößle (Zell) die farbenprächtigen Paramente schuf Paula Preisinger (München). Die Orgel erbaute der Hamburger Rudolf von Beckerath.
1984 entstand für ca. 5000 Bewohner die „Gartenstadt Johanneskirchen“. Für die zahlreichen Kinder in dieser Siedlung baute die Kirchenstiftung St. Thomas 1985 den Kindergarten St. Johannes.
Nach über einjähriger Bauzeit weihte am 28. Juni 1998 der damaligen Pfarrer Wilfried Sußbauer ein neues Eingangsbauwerk in St. Thomas ein. Diese von Architekt Christian Raupach entworfene markante zweigeschossige Glas-Stahl-Konstruktion wurde nach dem sanierungsbedingten Abriss der alten Betonfreitreppe errichtet. Sie dient als Begegnungsort nach der Messe, gleichzeitig ist sie auch ein idealer Ausstellungsraum. Unter anderem stellte hier 2008 die Fotografin Camilla Kraus Fotos zur in der Nähe liegenden ehemaligen Ziegelei „Deck“ aus. Im Untergeschoss befindet sich ein Mehrzweckraum, den die vielen Gemeindegruppierungen nutzen. Das Bauwerk wird innen, auch aufgrund seines transparenten Aufbaus von außen sichtbar, von einem monochromen Kunstwerk des Malers Alfons Lachauer dominiert. Über zwei sich an die Innenseite des runden Gebäudes anpassende Holztreppen und einen verglasten Übergang gelangt man in den im ersten Stock des Gemeindezentrums liegenden Kirchenraum.
Nach neunmonatiger Bauzeit wurde am 11. Januar 2004 der renovierte und neu gestaltete Südtrakt des Gemeindezentrums von Pfarrer Gregor Stratmann eingeweiht.